Anleger üben sich in Geduld

dax chart

 

11.04.2019 – Daily report. Börsianer brauchen aktuell eine Menge Sitzfleisch. Der Brexit wird wohl wie ein Schreckgespenst bis Halloween umher wandeln. News in Sachen Zollstreit China-USA gibt es nicht. Vor der morgen anlaufenden US-Berichtssaison wächst die Skepsis, ob die jüngste Hausse zu den eintrudelnden Ergebnissen passen wird. So setzt der DAX im frühen Handel am Donnerstag erst einmal zurück.

Broker warten auf US-Quartalszahlen

Die Anleger in Frankfurt hielten sich zuletzt mit Engagements zurück. Der DAX rutsche leicht ab bis unter die 11.900 Zähler. Für viele Broker gibt es erst ab morgen eine Richtungsentscheidung, dann läuft mit Wells Fargo und JPMorgan Chase die US-Berichtssaison zum ersten Quartal an. Hier droht möglicherweise eine negative Überraschung. So verwies die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ auf eine Auswertung des Informationsdienstes Factset. Demnach rechnen Analysten für den S&P 500 für das Auftaktquartal im Vergleich zum Vorjahr mit einem Gewinnrückgang von 4 Prozent. Zu Beginn des Quartals hätten Analysten noch ein Wachstum von knapp 3 Prozent erwartet.

bernstein-bank-gmbh-chart

Brexit erst zu Halloween

Abwarten heißt es auch beim britischen Pfund. Die Europäische Union und die Regierung in London haben sich auf eine Verschiebung des Brexit-Termins bis zum 31. Oktober verständigt. Das Vereinigte Königreich kann aber früher austreten, wenn der schon mehrfach abgelehnte Brexit-Vertrag das Parlament passieren sollte. Immerhin ist damit ein harter Brexit zum morgigen Freitag abgewendet. Wir erwarten somit in den kommenden Monaten eine anhaltende Hängepartie.

Zollstreit zieht sich

Geduld brauchen die Anleger auch in Sachen Zollstreit USA-China. Außer den üblichen Sprechblasen liefen zuletzt keine nahrhaften News über die Ticker. So sagte US-Handelsminister Steven Mnuchin dem Fernsehsender CNBC, dass sich Washington und Peking im Grunde auf einen Mechanismus zur Durchsetzung eines Deals geeinigt hätten. Wir warten auch hier weiter ab.

Kalte Dusche aus Peking

Bewegung und Gewinne gab es immerhin für die Bären in China. Der CSI 200 verlor 2,2 Prozent auf 3.998 Zähler. Auf dem Parkett kursierten Spekulationen über Eingriffe der Regierung im Aktienhandel. Das jüngste Gerücht: Peking wolle die Hausse abkühlen und die Märkte etwa über staatliche Fonds oder behördliche Kommentare in der staatlich gelenkten Presse beeinflussen. Zudem vermuteten Broker, dass der Staat Aktienkäufe über Kredite beschränken wolle. Seit Jahresbeginn hat der CSI 300 rund ein Drittel an Wert gewonnen.

Nichts Neues von der Fed

Die Protokolle des Offenmarkt-Ausschusses der Federal Reserve aus dem März brachten verhaltene Impulse für die Börse. So schloss der Dow Jones gestern nahezu unverändert bei 26.157 Zählern. Immerhin legte der S&P 500 zur Wochenmitte um rund 0,4 Prozent zu auf 2888 Zähler. Der Nasdaq 100 gewann sogar 0,6 Prozent auf 7511 Zähler. Kein Wunder, denn hier herrschte Freude über die Bestätigung der amerikanischen Zinspolitik. Laut den gestern veröffentlichten Minutes der Fed sprechen die bestehenden Risiken laut einer Mehrheit der Mitglieder für einen unveränderten Leitzins im Jahr 2019. Es gebe weiterhin „bedeutsame Unsicherheiten“ um den Ausblick.

„Whatever it takes“ 2.0

Bleiben wir bei den Notenbanken. Manch Trader rieb sich gestern verwundert die Augen. Denn Notenbankchef Draghi sagte, die Europäische Zentralbank stehe bereit, alle ihre Instrumente falls nötig anzupassen. ALLE Instrumente. So der konkrete Wortlaut gestern gleich zu Beginn seiner Pressekonferenz. Auf gut Deutsch: Falls die Konjunktur der Währungsunion stark schwächele, könnte die EZB ihren Geldhahn wieder weiter aufdrehen. Das erinnerte manchen doch an den Juli 2012, als Draghi seine berühmten Worte aussprach, die EZB werde tun, „whatever it takes“, um den Euro zu retten. Wie schlimm also ist die Lage in Euroland wirklich? Die kommenden Wochen werden es zeigen. Ansonsten stellte die EZB weiter in Aussicht, die Zinsen noch bis mindestens Ende Dezember nicht anzutasten. Der Leitzins blieb wie erwartet bei 0,0 Prozent, wo er seit März 2016 verharrt.

Das bringt der Tag

Blicken wir auf die anstehenden Daten. Um 14.30 Uhr stehen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe an, die Prognose liegt bei 209.000. Zeitgleich laufen die US-Erzeugerpreise im März über die Ticker; hier bewegt sich der Ausblick bei 0,1 Prozent. Alle terminierten Events finden Sie hier: Market Mover

Wichtige Hinweise:

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie alle korrelierenden Risiken vollständig verstanden haben. Lassen Sie sich gegebenenfalls von unabhängiger Seite beraten.

CFD sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 76% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.