Zins-Dämpfer für die Börse

Deutsche Aktien setzen zurück

08.07.2019 – Daily Report. Gut ist schlecht an der Wall Street – und damit auch in Frankfurt. Der amerikanische Arbeitsmarkt zeigt sich derzeit zu robust. Damit sinken die Hoffnungen auf eine Zinssenkung durch die Federal Reserve. Und somit kommt auch der DAX nicht richtig voran.

Skepsis in Frankfurt

Den Käufern fehlten zuletzt die Argumente für den Aktienkauf. So lief der DAX bis zum Mittag seitwärts. Den meisten Gesprächsstoff abgesehen von der Fed lieferte die Deutsche Bank. Das Geldhaus will einen Radikalumbau vornehmen und bis 2022 weltweit 18.000 Jobs streichen, das wäre jede fünfte Stelle. Zudem wird sich die Bank komplett aus dem Aktienhandel zurückziehen und Einschnitte im Anleihehandel vornehmen.

Unterstützung für den DAX gab es aus der deutschen Konjunktur: Die deutschen Exporte im Mai sind im Monatsvergleich um 1,1 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Im April waren die deutschen Ausfuhren noch um 3,4 Prozent gesunken. Doch halt – eine zu starke deutsche Konjunktur dürfte ja auch die Europäische Zentralbank bei weiteren Zinssenkungen bremsen. Gut ist also wieder schlecht.

Asien taucht ab

Schon die Börsianer in Asien hatten sich angesichts der schwindenden US-Zinshoffnung zurückgehalten. Der japanische Nikkei verbuchte zum Handelsschluss am Montag ein Minus von 1 Prozent auf 21.534 Punkten. Die chinesischen Aktien rutschten zudem wegen der Funkstille in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China ab. Der CSI-300 schloss mit einem Minus von 2,3 Prozent auf 3.803 Punkten.

Dämpfer in New York

Natürlich kühlte der überraschend starke US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag auch die Zins-Euphorie an der Wall Street ab. Wie aus dem Juni-Bericht hervorgeht, hat die amerikanische Wirtschaft im Juni 224.000 Arbeitsplätze geschaffen.
Der Dow Jones Industrial rutschte nach den News zeitweise um bis zu ein Prozent. Zu Handelsschluss lag das Minus aber nur noch bei 0,2 Prozent auf 26.992 Punkte. Der S&P 500 gab ebenfalls 0,2 Prozent nach auf 2.990 Zähler. Der Nasdaq 100 verlor gleichfalls 0,2 Prozent auf 7.841 Stellen. Alle drei Indizes hatten am Mittwoch noch Rekordhochs erklommen.

Erdogan schießt die Lira ab

Ein schönes Beispiel, dafür, wie Politiker ihre eigene Währung versenken, lieferte gerade die Türkei. Autokrat Recep Tayyip Erdogan hatte am Samstag den Chef der Notenbank gefeuert – wegen zu hoher Zinsen. Murat Cetinkaya war seit April 2016 Chef der Notenbank und hat in dieser Zeit die Zinsen um insgesamt 6,25 Prozentpunkte auf 24 Prozent erhöht, um die abstürzende türkische Lira zu stützen. Für Erdogan dagegen waren hohe Leitzinsen „Mutter allen Übels“. Das Ergebnis: Die Lira ist nach der News in den Sinkflug übergegangen. Dabei hatte sie sich gerade so hübsch erholt.

Das bringt der Tag

Der Tisch für CFD-Trader ist heute nicht wirklich reich gedeckt.
Allenfalls der Beschäftigungstrendindex des Conference Board könnte die Wall Street um 16.00 Uhr etwas bewegen.
Und um 21.00 Uhr stehen die Verbraucherkredite in den USA an. Das war’s.

Die Bernstein Bank wünscht erfolgreiche Trades!

Wichtige Hinweise:

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie alle korrelierenden Risiken vollständig verstanden haben. Lassen Sie sich gegebenenfalls von unabhängiger Seite beraten.

CFD sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 76% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.