Gedämpfte Zinsfantasie

Chart geht hoch

11.07.2019 – Daily Report. Sie ist wieder da: Die Hoffnung auf billigeres Geld. Neu angefacht wurde sie durch Fed-Chef Jerome Powell. Doch heute spricht er noch einmal vor dem Senat in Washington. Ergo warten die Börsianer erst einmal ab. Zumal auch anstehende US-Konjunkturdaten am Nachmittag die Erwartungen erst einmal bestätigen müssen.

Frankfurt wartet weiter ab

Die Skepsis will nicht so recht weichen. Der DAX pendelte bis zum Donnerstagmittag 0,2 Prozent im Plus bei 12.397 Zählern.

Zwar ließ Powell in seinem Statement am Mittwoch vor dem Repräsentantenhaus die Tür für eine Zinssenkung offen. Der Herr des Geldes sagte, „die Unsicherheit um Handelskonflikte und Sorgen um die Weltwirtschaft lasteten zuletzt auf dem Ausblick für die US-Wirtschaft.“ Er ergänzte aber auch: „Der Inflationsdruck bleibt verhalten.“ Womit es wohl nur eine moderate Zinssenkung werden dürfte. Doch immerhin: Gerade erst hatte ein starker Arbeitsmarktbericht die Luft aus der Zinsfantasie gelassen. Nun hängt es wohl von den am Nachmittag terminierten US-Inflationsdaten ab, ob ein Zinsschritt um einen Viertel oder einen halben Prozentpunkt notwendig wird. Heute spricht Powell zudem vor dem Bankenausschuss des Senats.

Billiges Geld auch in China?

Die verstärkte Hoffnung auf eine baldige US-Zinssenkung hat auch die asiatischen Börsen teilweise beflügelt. Der japanische Nikkei-Index ging in einem Schlingerkurs 0,5 Prozent fester aus dem Handel bei 21.634 Punkten. Angesichts der Entwicklung in den USA hofften Börsianer auch in China auf eine Lockerung der Geldpolitik und auf staatliche Konjunkturprogramme. Der CSI 300 mit den 300 größten börsennotierten Unternehmen des chinesischen Festlandes schloss dennoch nahezu unverändert bei 3.785 Punkten.

Neue Rekorde in New York

Die Aussicht auf billiges Geld hatte am Vorabend die Indizes in New York angeschoben. In der Folge der Powell-Rede erreichten Dow Jones Industrial, S&P 500 und auch Nasdaq 100 vorübergehend neue Bestmarken. Die Gewinne schmolzen aber wieder dahin. Der Dow verbuchte zur Schlussglocke noch ein Plus von 0,3 Prozent auf 26.860 Punkte. Der S&P 500 stieg um 0,5 Prozent auf 2.993 Zähler, zwischenzeitlich hatte er es sogar über die 3000er Marke geschafft. Der Nasdaq 100 legte zum Schluss um ein Prozent zu auf 7.903 Stellen.

Pulverfass Persien

Einen kleinen Stresstest mussten gerade CFD-Trader im Ölmarkt absolvieren. Offenbar hat die iranische Marine versucht, einen britischen Tanker zu kapern. Dies berichteten die US-Fernsehsender CNN und Fox News am Vorabend übereinstimmend unter Berufung auf Quellen aus der US-Regierung. Demnach hätten sich fünf bewaffnete Boote der iranischen Revolutionsgarden einem britischen Tanker nahe der Straße von Hormuz genähert. London bestätigte den Vorfall am Donnerstagmorgen: Drei iranische Marineboote haben demnach versucht, den britischen Öltanker „British Heritage“ zu stoppen. Demnach hat das britische Kriegsschiff „HMS Montrose“ die iranischen Boote abgedrängt. Schüsse fielen nicht. Iran dementierte den Vorfall. Die Aktion unterstreicht, wie schnell die Lage im Persischen Golf eskalieren kann.

Das bringt der Tag

CFD-Trader sollten heute ununterbrochen ihre Handelsplattform im Auge behalten und die regelmäßigen Marktupdates scannen. Denn zum einen kann ab 16.00 Uhr Fed-Chef Powell vor dem Senat mit jedem Halbsatz Wall Street, DAX, Dollar und Treasuries herum wirbeln. Doch Volatilität ist ja gut für schnelle Deals.

Zunächst stehen um 14.30 Uhr die US-Verbraucherpreise für Juni an.

Zeitgleich laufen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die Realeinkommen im Juni über die Bildschirme.

Ferner soll heute auch der Monatsbericht der OPEC veröffentlicht werden.

Als Zugabe hält um 19.30 Uhr Fed-Vizechef Randal Quarles – er ist stimmberechtigt im FOMC – eine Rede vor dem Bipartisan Policy Center in Washington D.C.

Die Bernstein-Bank wünscht erfolgreiche Trades!

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